bi GaLaBau, Ausgabe 06/2005
Kein Klappern mehr
Die dumpfen Bum-Bum-Geräusche sind vielen Straßenanliegern nur allzu gut bekannt. Aufgrund der permanenten Beanspruchung durch überfahrende Fahrzeuge nutzen sich die Schachtrahmen von Kanaldeckeln und Regenabläufen mit der Zeit ab. Die Deckel haben keine glatte Auflagefläche mehr und lassen sich hin- und her bewegen. Bei jeder Überfahrt kommt es zu den lästigen Klappergeräuschen. Herkömmliche starre Unterlegringe aus Kunststoff können die Deckelbewegungen nicht verhindern, weil sie sich den Unebenheiten nicht anpassen können. Dass kommunale Lärmschutzmaßnahmen nicht teuer sein müssen, beweist die Anti-Klapper-Einlage des Kanal- und Schachtgeräte-Spezialisten Beck aus Bad Rappenau. Die Dämpfungsunterlage wird aus einem Zweikomponenten-Flüssigkunststoff vor Ort gemischt und in den Schachtrahmen eingebracht.
Einbau der Anti-Klapper-Einlage
Wie einfach das geht, führte Andreas Bau, Betriebsleiter der Niederlassung der Firma Beck in Priborn an der Müritz, den Verantwortlichen der Gemeinde Oldendorf in der Praxis vor. Bürgermeister Georg Hellwege, sein Verwaltungsvertreter Thorsten Liebeck und Gemeindevorarbeiter Friedrich Schmidt schauten der Demonstration des Schachtspezialisten gespannt zu. Nach der Entnahme des Deckels mit zwei speziellen Hand-Zangen reinigte Andreas Bau zunächst Deckel und Rahmen von grobem Schmutz. Dann entnahm er der kleinen Beutelkammer ein Trennmittel, um dies an der Deckelauflage und an den Seiten aufzutragen. Das Wachs soll verhindern, dass sich die Dämpfungsunterlage mit dem Deckel verbindet. Anschließend wird nur die Klammer am großen Beutel entfernt, um die beiden Kunststoffkomponenten miteinander zu mischen. Dabei wird der Beutel intensiv mit der Hand durchgeknetet. Dann muss noch eine Ecke des Beutels mit der Schere aufgeschnitten werden, um danach die Paste aus dem Beutel gleichmäßig in den Schachtrahmen einzuspritzen. An den breiteren Auflagestellen im Schachtrahmen wird eine zweite Wulst aufgebracht. Ist der Beutelinhalt aufgebraucht, wird der Deckel sofort wieder in den Rahmen eingelegt, fertig! Da die kalt abbindende Kunststoffpaste schnell aushärtet, entsteht sofort eine vollflächige Dämpfungsunterlage, die sich mit dem Rahmen fest verbindet. Der Clou: Die Polyurethan-Masse passt sich an jede Deckel- und Rahmenkontur exakt an. Der Deckel kann bereits nach wenigen Minuten wieder befahren werden. So entsteht für jeden Schacht eine individuelle Dämpfungsunterlage, die auch beim Öffnen des Deckels fest im Rahmen bleibt. Selbst die regelmäßige Entnahme des Schutzkorbes wird erleichtert, weil keine Unterlegringe mehr entnommen werden müssen. Die Anti-Klapper-Einlage ist für Schachtdeckel bis 70 cm Durchmesser ausgelegt und kostet 17,- Euro. Für Hydrantenkappen, Straßenabläufe sowie Gas- und Wasserschieber steht ein Mini-Pack zur Verfügung.
Lärmbekämpfung mit einfachen Mitteln
"Beschwerden seitens der Bürger über Straßenlärm durch ausgeschlagene Kanaldeckel sind auch in unserer Gemeinde nichts Neues. Die in wenigen Minuten einfach einzubauende Anti-Klapper-Einlage ist hier eine echte Alternative zu den bisherigen Einlageringen. Denn mit wenig Aufwand lässt sich damit eine große Wirkung zum Wohle der Bürger erzielen," resümiert Bürgermeister Georg Hellwege. "Zwar sind mit der Maßnahme noch nicht alle Geräuschfaktoren beseitigt, weil die Setzungserscheinungen eine Angriffsfläche aufgrund des Versatzes zwischen Fahrbahn und Schachtelement ergeben. Da aber der Deckel nun einen planen Sitz bekommen hat, bleibt er beim Überfahren liegen. So fallen rund 50 Prozent der subjektiven Lärmentwicklung weg," erläutert Andreas Bau. Dass es durch die Maßnahme auch tatsächlich ruhiger geworden ist, können die Anlieger sofort nach der Aktion bestätigen.





